Gründung bis zum zweiten Weltkrieg (1893 bis 1945)

Die Anfänge des Fußballsports in Eulo liegen in zwei Vereinen. Unter dem Dach des DFB spielten die bürgerlichen Fußballer im TV Gut-Heil Eulo, während die Arbeiter im 1893 gegründeten Turnverein Eichenkranz Eulo ihrem Hobby nachgingen. Den Fußballern war man in den Turnvereinen, die im ATSB organisiert waren, allerdings oft nicht wohlgesonnen, weil sie nicht zur allgemeinen Körperertüchtigung beitrugen. Turnen und Leichtathletik sollten die Betätigungsfelder sein. 1901 wurde auf dem 5. Bundesturntag der Beschluss gefasst, dass „Vereine, welche infolge einseitiger Betätigung (damit war auch der Fußballsport gemeint) dem Grundprinzip der Turnerei, eine möglichst allseitige Ausbildung des Körpers zu erreichen, entgegenstehen, von der Mitgliedschaft zum ATSB ausgeschlossen werden."

"In Forst hatte es bereits 1905 eine Zentralisation der in Forst und Umgebung bestehenden Arbeiterturnvereine gegeben und man schloss sich als 7 Abteilungen in der Freien Turnerschaft zusammen. 1921 machte sich jede Abteilung selbständig und nahm teilweise ihren früheren Vereinsnamen wieder an." (G. Anton in der Broschüre "90 Jahre Forster Fußball")

Im Jahr 1911 entstand aus Arbeiterspenden und unter Mitarbeit der Arbeitersportler der Turnplatz in Eulo.

Weiter mit Günter Anton: "Die Fußballer von Eulo hatten zweifellos ihre beste Zeit in den 20er Jahren. Selbst wenn es für die ganz großen Erfolge auf Kreisebene bzw. darüber hinaus nicht reichte, war man den Fußballern von Süden Forst und Döbern sowie der Forster Tasmania ein fast ebenbürtiger Gegner. Bei den Spielen im Bezirk Forst belegte man stets vordere Plätze und stellte mehrere überdurchschnittliche Spieler für Auswahlaufgaben ab." So wurden die Fußballer vom TV Eichenkranz Eulo in den Jahren 1922 und 1925 Meister des 16. Kreises (Niederlausitz) des ATSB. Nach dem 1:0-Sieg im Halbfinalspiel der Verbandsmeisterschaft Ost bei SV Stern Breslau, verlor man leider am 25.06.1922 das Verbandsfinale in Berlin gegen Brandenburg Lichtenberg und verpasste somit die Qualifikation für die deutschlandweite ATSB-Endrunde.

Nach einiger Bauzeit wurde 1930 die Turnhalle und 1932 das Wohngebäude mit Gaststätte fertiggestellt.

"Das Verbot der Arbeiter-Sportvereine 1933 traf die Euloer Arbeitersportler besonders, da sich die neuen Machthaber in Eulo sehr viel Zeit ließen, wogegen in anderen Vereinen der Spielverkehr schon wieder lief. So dauerte der Zusammenschluss der beiden Euloer Vereine zum TV Eulo bis zum 20.10.1934, obwohl die Genehmigung des 'Reichssportführers' bereits seit dem 28. Mai vorlag."

Nach dem zweiten Weltkrieg (1945 bis 1990)

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde 1946 die SG Eulo gegründet, aus der über verschiedene Fusionen 1952 die BSG Motor Forst entstand. Der Fußball nahm seinen Anfang auf dem Sportplatz Nauendorfer Weg (später der Dynamo Sportplatz) mit einer Jugend- und einer Männermannschaft. Im Jahr 1954 wurde dann die Sektion Fußball des BSG Empor Forst zur BSG Motor Forst übernommen. Gleichzeitig wurde auch das Sportplatzgelände der BSG Empor, der Sportplatz in Eulo mit Turnhalle von der BSG Motor bzw. dem Trägerbetrieb, der VEB Wäscherei- und Hutmaschinenbau Forst, als Heimstätte erworben. Neben dem Fußball konnten vier weitere Sportarten betrieben werden: Handball, Volleyball, Kegeln, Turnen/Gymnastik.

Hauptsportart war aber der Fußball, doch bis zu den ersten Erfolgen dauerte es etwas. Das erste Achtungszeichen wurde im FDGB-Kreispokal gesetzt, in dem 1959 der Pokalgewinn glückte. In der Saison 1963/64 wurde erstmals der Kreismeistertitel gewonnen, dem in der Aufstiegsrunde auch der Aufstieg in die Bezirksklasse folgte. In den folgenden zehn Jahren pendelten die Motor Fußballer mehrfach zwischen Bezirks- und Kreisklasse und gewannen fünf Mal den Kreispokal. Nach der Saison 1973/74 glückte erneut ein Aufstieg, der diesmal eine fünfjährige Zugehörigkeit zur Bezirksklasse zur Folge hatte. Nach dem erneuten Abstieg 1979 folgte der sofortige Wiederaufstieg und die Saison 1980/81 wurde in der Bezirksklasse Ost auf Platz 1 abgeschlossen. In der folgenden Aufstiegsrunde der Staffelsieger reichte es jedoch nicht zum Aufstieg in die Bezirksliga. Beinahe hätte es in der Saison 1981/82 mit dem Sprung in die Bezirksliga geklappt. Im engen Titelrennen landeten die Forster einen Punkt hinter Aufsteiger Chemie Weißwasser und zwei Zähler vor der BSG Einheit Forst, die im letzten Saisonspiel in Weißwasser 5:2 verlor, wodurch Forst zunächst weiter ohne Bezirksligamannschaft blieb. Das änderte sich ein Jahr später. Und diesmal war es noch knapper. Das um zehn Tore bessere Torverhältnis gegenüber der SG Jänschwalde brachte Motor Forst bei Punktgleichheit den Aufstieg in die Bezirksliga Cottbus.

Allerdings war es nur eine kurze Stippvisite, denn als Vorletzter kehrte Motor nach der Saison 1983/84 in die Bezirksklasse zurück. In dieser setzte sich Motor aber erneut knapp vor Einheit Forst durch und startete das nächste einjährige Gastspiel im Cottbuser Oberhaus. Kurios dann die Saison 1986/87. Staffelsieger wurde die nicht aufstiegsberechtigte BSG Chemie Guben II, so dass die BSG Motor Forst als Zweiter aufstieg und diesmal zwei Jahre in der Bezirksliga verblieb, ehe man 1989 wieder als Vorletzter abstieg.

Nach der Wende (1990 bis 2011)

Mit der politischen Wende wurde auch in Eulo über eine Veränderung des Vereinsnamens debattiert. Da die Spielkleidung rot-weiß war, benannten die Mitglieder am 20. Juni 1990 ihren Verein in SV Rot-Weiß 90 Forst um. Die Fußballer spielten nach dem Abstieg weiter in der Bezirksklasse Ost. Mit der Strukturänderung im FLB nach dem Spieljahr 1991/92 gab es in der Bezirksklasse Ost sieben Absteiger, zu denen auch Rot-Weiß 90 gehörte. So setzten sowohl der SV Rot-Weiß 90 Forst als auch der Mitabsteiger SV Süden Forst den Spielbetrieb im Spieljahr 1992/93 in der neu gegründeten Kreisliga des ebenfalls neuen Fußballkreises Niederlausitz fort.

Gleich im ersten Jahr der neuen Struktur wurde der SV Rot-Weiß 90 Forst Kreispokalsieger. In der Kreisliga gelang Rot-Weiß 90 Forst im Spieljahr 1993/94 der Gewinn des Kreismeistertitels, der mit dem Aufstieg in die Landesklasse Süd verbunden war. In der Saison 1995/96 schaffte die zweite Mannschaft den Aufstieg in die Kreisliga und sicherte sich dort sogar den Klassenerhalt, zu dem in der Folgesaison 1997/98 ein Pünktchen fehlte. Die erste Mannschaft behauptete sich in der Landesklasse Süd bis zum Spieljahr 2000/01, in welchem mit Rang 14 der Abstieg hingenommen werden musste.

Duplizität zu den 90er Jahren: 2002 wurden die Euloer wieder Kreispokalsieger und ein Jahr später gelang als Kreismeister die Rückkehr in den Landesspielbetrieb. Doch erneut war es ein kurzes Gastspiel, denn schon in der Saison 2004/05 trafen sich die später fusionierenden Vereine, der SV Süden war 2003 abgestiegen, wieder in der Kreisliga. In den nächsten Spielzeiten schlossen die Rot-Weißen die Saison zumeist im Mittelfeld zwischen den Plätzen sechs und neun ab, ehe nach der Saison 2008/09 als Vierzehnter der Abstieg in die 1. Kreisklasse Nord erfolgte.

Der Wiederaufstieg missglückte, der Ortsrivale TV 1861 Forst lag am Ende zehn Punkte vor Rot-Weiß 90 und in der Relegation musste man sich vor knapp 500 Zuschauern in Laubsdorf knapp dem FSV Spremberg geschlagen geben. Die Saison vor der Fusion brachte in der Endabrechnung den vierten Platz. Die zweite Mannschaft hatte vor dem Spieljahr 2010/11 wegen Spielermangel aufgelöst werden müssen, so dass die Fusion mit dem SV Süden Forst zum SV Lausitz Forst folgerichtig war, zumal beide Vereine das Männertraining schon gemeinsam durchführten und nun die große Mehrzahl der Nachwuchsfußballer in einem Verein spielte.

Vereinte Tradition. Vereinte Leidenschaft.